Hanfdämmung

Begriff Definition
Hanfdämmung

Hanfdämmung gehört zu den Dämmstoffen aus erneuerbaren, also nachwachsenden Rohstoffen. Das Dämmmaterial besteht aus den Fasern und Stängeln der Hanfpflanze und wird als Dämmplatten, -matten und losem Material unter anderem im Bereich der Dachdämmung eingesetzt.

Wie wird Hanfdämmung hergestellt?

Als Rohmaterial für die Hanfdämmung dienen die Stängel der Pflanze, von denen wiederum die reißfesten Fasern sowie die Schäben (gebrochene, verholzte Stängelteile) genutzt werden. Zur Herstellung von Platten und Matten werden die Fasern miteinander verfilzt oder gepresst. Für stärkere Mattenquerschnitte sorgt die Beimischung von Kunststofffasern beigemischt für mehr Stabilität. Dennoch bleiben die Platten und Matten flexibel und damit gut verbaubar. Lose Hanfdämmung besteht aus Hanfresten und Schäben, die ohne Verbund auskommen und dadurch passgenau und lückenlos in Hohlräume gestopft werden können. Durch den Zusatz von Borsalze, Ammoniumphosphat oder Soda als Flammschutzmittel erreicht das Dämmmaterial die Brandschutzklasse B3 nach DIN 4102, bzw. die Kategorie E nach EN 13501-1.

Einsatzbereiche für Hanfdämmung

Der pflanzliche Dämmstoff besitzt eine Wärmeleitfähigkeit zwischen 0,04 und 0,045 W/mK und kommt für verschiedene Bereiche der Dachdämmung zur Anwendung, zum Beispiel als Zwischen- und Untersparrendämmung in Form von Matten und Platten oder zum Ausfüllen von Hohlräumen als Stopfhanf. Ebenfalls geeignet ist Hanfdämmung für die Innenwanddämmung im Trockenbau, für hinterlüftete Fassaden sowie zur Fußboden- und Geschossdeckendämmung in Form von Schüttungen.

Nicht anwendbar ist Hanfdämmung als Dämmstoff für Wärmedämm-Verbund-Systeme, da die Materialfestigkeit der Dämmmatten hierfür nicht ausreicht.

Vor- und Nachteile

Wie jeder Baustoff hat auch die Hanfdämmung aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften Vorzüge, aber auch Nachteile:

Vorteile von Hanfdämmung

  • Gute CO2-Bilanz
  • Geringer Energiebedarf bei der Herstellung
  • Schimmelfest
  • Feuchtigkeitsregulierend
  • Feuchtebeständig und fäulnisresistent
  • Schallschluckend

Nachteile von Hanfdämmung

  • Belüftung erforderlich
  • Eingeschränkter Brandschutz
  • Nicht für technische Dämmungen geeignet
  • Nicht uneingeschränkt recyclingfähig (Beigabe von Kunststofffasern)

Ob eine Hanfdämmung für den jeweiligen Einbaubereich geeignet ist oder nicht, hängt von verschiedenen Aspekten ab und sollte von einem Fachmann entschieden werden.

Siehe auch: Natürlich und ökologisch dämmen mit Hanf

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