Begriff Definition
Nullenergiehaus

Im Zeitalter des Energie- und Rohstoffsparens wird durch immer ausgeklügeltere Technik versucht, möglichst viel Energie durch natürliche und rohstoffsparende Ressourcen zu erzeugen. Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist das Nullenergiehaus. Doch was genau sind die Charakteristika für Nullenergiehäuser und was grenzt diesen Haustyp von anderen energiesparenden Modellen, etwa dem Passivhaus, ab?

Bei einem Nullenergiehaus halten sich rein rechnerisch der eigene Stromverbrauch mit dem produzierten Strom die Waage. Es muss beachtet werden, dass die energieautarke Funktion der Nullenergiehäuser nur durchschnittlich besteht. Das heißt, es gibt Phasen, in denen auch ein Nullenergiehaus extern erzeugte Energie benötigt. Genauso kann ein Nullenergiehaus in anderen Phasen auch mehr Energie produzieren als benötigt wird. Im Jahresmittel jedoch wird dieser Zustand ausgeglichen, weshalb man Nullenergiehäuser auch als energieautarke Häuser bezeichnet.

Da bei diesem Haustyp sehr genau vorgegangen wird, gerät auch die sog. „Graue Energie“ in den Fokus: Damit ist diejenige Energie gemeint, deren Inanspruchnahme ein Verbraucher indirekt durch die Herstellung, den Transport, die Lagerung und ggf. die Entsorgung von Gütern (z. B. Dämmmaterial) auslöst. Wird sie in die Gesamtrechnung einbezogen, kommt man zu dem Ergebnis, dass es 12 Jahre dauert, ehe ihr Gegenwert durch die Energieeinsparung eines Nullenergiehauses eingespart worden ist. Auch die Herstellungskosten können für manche Eigenheimbauer eine Herausforderung sein: Für eine vierköpfige Familie müssen, um eine kontinuierliche Warmwasserversorgung sicherzustellen, eine sechs Quadratmeter große Solarkollektorfläche auf dem Dach sowie Solar-Wasserspeicher mit einem Fassungsvermögen von 300 Litern installiert werden. Mit einem Speicher dieser Größe ist es möglich, das erwärmte Wasser drei Tage zu speichern.

Nullenergiehaus = Passivhaus?

Oft werden Nullenergiehäuser mit Passivhäusern verwechselt. Der wesentliche Unterschied liegt jedoch darin, dass ein Passivhaus zwar Energie durch Solaranlagen oder Wärmerückgewinnung produziert, jedoch zusätzliche Energie von außen benötigt, also mit der selbst erzeugten Energiemenge nicht vollständig auskommt. Das Nullenergiehaus ist insoweit eine Weiterentwicklung des Passivhauses.

Funktionsweise der Nullenergiehäuser

Damit ein Haus autark bestehen kann, müssen bereits beim Hausbau zahlreiche Maßnahmen getroffen und bedacht werden. Durch eine Solaranlage auf dem Dach kann Sonnenenergie in Strom umgesetzt und auch gespeichert werden. Damit produzierte Energie nicht verloren geht, sind eine bestmögliche Dämmung, hochwertig wärmegedämmte Fenster und Winddichtheit vonnöten. Aber auch eine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und große, nach Süden ausgerichtete Fensterflächen sind für ein Nullenergiehaus obligatorisch.

Gebäudehülle

Damit keine Wärme nach außen entweichen kann, ist eine perfekte Dämmung und Isolation ein Muss. Sowohl die Gebäudehülle als auch die Grundplatte und das Dach müssen bestmöglich gedämmt sein. Dazu gehört ebenfalls eine fugenfreie und ununterbrochene Verarbeitung aller Gebäudeteile. Auch müssen die Fenster gut isoliert sein, was durch spezielle dreifach verglaste Modelle mit Isolierkammern gewährleistet ist. Zusätzlich sollte das Oberfläche-Volumen-Verhältnis möglichst gering gehalten werden, damit das Nullenergiehaus wenig Angriffsfläche nach außen hin bietet.

Heizungstechnik

Für die Heizungstechnik des Nullenergiehauses sollte keine zusätzliche Energie benötigt werden. Durch die optimale Dämmung ist nur eine geringe Heizleistung nötig. Da durch ständiges Lüften der Wohnräume die meiste Energie verloren geht, wird ein modernes Belüftungssystem benötigt. Dieses entzieht der Raumluft Wärme und benutzt sie, um in einem Wärmetauscher die eingeholte Frischluft anzuwärmen. Durch eine Wärmepumpe kann zusätzlich Wärme produziert werden. Diese entzieht der Umwelt, etwa dem Boden oder der Außenluft, Wärme, die verdichtet und auf die Temperatur, die für Wohnräume nutzbar ist, gebracht wird. Die Pumpe ist mit dem Belüftungssystem des Hauses verbunden, wodurch die erhaltene Wärme die Raumluft heizt. So wird keine Energie von außen benötigt, sondern es kann sogar überschüssig produzierte Energie für die Versorgung anderer Haushalte verwendet werden.

Vorteile und Nachteile beim Nullenergiehaus

Durch ein Nullenergiehaus sind die Bewohner von der Entwicklung der Strom- und Brennstoffkosten nahezu unabhängig, und die Heizkosten werden sehr gering gehalten. Auch wird die Umwelt durch Nullenergiehäuser geschützt, da kein CO2 ausgestoßen wird. Ständig frische Luft ohne Durchzug und Temperaturschwankungen schaffen eine sehr wohnliche Atmosphäre.

Der Bau eines Nullenergiehauses ist sehr kostenintensiv und erheblich teurer als bei konventionellen energiesparenden Häusern. Auch wenn sie staatlich gefördert werden, darf bezweifelt werden, dass die höheren Baukosten durch die geringen Nebenkosten aufgefangen werden. Ein weiterer Nachteil, der bei der Planung des Hauses unbedingt beachtet werden muss, sind die festgelegten Kriterien an die Ausrichtung des Hauses. Somit können eventuell zugunsten der Energieeffizienz nicht alle individuellen Wünsche hinsichtlich der Architektur oder der Gebäudeausrichtung verwirklicht werden.

 

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Nut und Feder

Unter einer Nut- und Federverbindung versteht man eine Steckverbindung, die meistens bei Platten und brettartigen Bauteilen angewendet wird. Sie schliesst somit aus, dass sich zwei nebeneinander liegende Platten beziehungsweise Bretter in der Höhe verschieben können. An mindestens einer Seite der Platte oder des Bretts befindet sich eine längliche Vertiefung, die Nut genannt wird. In diese ausgefräste Vertiefung der Nut fügt sich perfekt die Feder ein. Die Feder gehört entweder zum Bauteil oder ist als längliches Teil eingefügt, welches lose zusätzlich beim Bauteil liegt.

Eine klassische Nut und Feder-Verbindung besitzt zwei genutete Platten oder Bretter, die mit einer Fremdfeder verbunden sind. Wenn eine Nut oder Feder-Verbindung je zwei Nute und Federn auf jeder Längsseite besitzt, dann handelt es sich um eine doppelte Nut und Feder-Verbindung, die sich durch ihre besondere Wind- und Wetterbeständigkeit auszeichnet. Wenn die Feder zum Bauteil gehört, dann wird diese auch Spundung genannt.

Eine Spundung ist eine Art der Nut und Feder-Verbindung. Die Feder wird hier nicht separat eingelegt, sondern aus einem Werkstück herausgearbeitet. Die Feder wird dann als Spund bezeichnet. Ein Spund, der nicht über die ganze Längsseite des Werkstückes verläuft, heißt Zapfen. Häufig wird eine Spundung bei der Herstellung von Vertäfelungen oder Fußböden verwendet. Mithilfe einer Nut und Feder-Verbindung ist der verbau einer Fassade oder dichten Wand auch für ungeübte Bauherren umsetzbar. Jedoch sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Profilbretter nur lose miteinander verbunden werden, da Holz ein Naturprodukt ist und stetig weiterarbeitet.

Verbindungen aus Nut und Feder kommen in unterschiedlichen Bauteilen und Elementen wie beispielsweise in Möbeln, Dämmstoffen oder Bodenbelägen zum Einsatz. Das sogenannte Klick-System ist eine besondere Art einer Nut- und Feder-Verbindung. Sie ermöglicht eine einfache und sehr schnelle Verlegung von verschiedensten Bodenbelägen wie Parkett. Wird die Nut- und Federverbindung zusätzlich verklebt, ist sie durch die größere Auftragungsfläche besonders fest und bietet eine langzeitige Verbindung.

Eine besondere Form der Spundung ist die Gratung. Hierbei laufen Spundwände trapezförmig auseinander. Wird die Nut an den Rand des Werkstückes verschoben, dann spricht man von einer Falz-Verbindung. Bei dieser Art der Verbindung fehlt der Nut eine Seitenfläche. Anstatt der üblichen drei vorhandenen Kontaktflächen für eine Feder existieren nur zwei. Deshalb ist es notwendig, diese Art der Verbindung zusätzlich zu nageln und zu verschrauben, da eine Verklebung hier nicht ausreicht.

 

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Synonyme - Nut,Feder,Nut- und Federverbindung
Nutzfläche

Die Abkürzung NF beschreibt die Nutzfläche, also einen Teil der Gebäudegrundfläche. Die Nutzfläche beschreibt die Fläche, die gemäß des jeweiligen Bestimmungszweckes genutzt werden kann. Doch nicht jeder Raum kann zur Nutzfläche gezählt werden. Vor allem bei der Berechnung von Mietpreisen oder beim Verkauf einer Immobilie kommt es auch, neben der Wohnfläche, auf die Nutzfläche an. Es gibt zwischen diesen beiden Begriffsbestimmungen jedoch wichtige Unterschiede.

Während Wohnflächen wie der Name schon sagt bewohnt werden können, ist dies bei Nutzflächen nicht der Fall. Sie werden genutzt, und zwar beispielsweise im Sinne von Schulklassenräumen, Arztpraxen, Keller, Dachboden oder als Büros und Lagerflächen. Für Keller und Dachböden gilt jedoch die Einschränkung, dass sie bei der Zuweisung als Nutzfläche nicht gleichzeitig auch als Wohnfläche klassifiziert werden dürfen.

Die DIN 277:2005 beschreibt genauestens, was als Nutzfläche gelten darf und sieht 7 Kategorien vor:

  1. Aufenthaltsräume und Wohnräume
  2. Büroräume
  3. Produktionsräume, Maschinenräume
  4. Lager- und Verkaufsflächen
  5. Räume für die pflegerische Nutzung
  6. Räume für Bildung, Unterricht und Kultur
  7. Sonstige Nutzungsflächen

Terrassen und Balkone werden bei der Berechnung der Nutzfläche nur zu 50 % zur Wohnfläche dazugerechnet. Je nach Anwendung der DIN Norm und der Zuordnung der Flächen in ihrer ersten Kategorie kommen leicht Unterschiede von mehreren Quadratmetern zustande. Es ist also ratsam, die Berechnung der Flächen selbst zu kontrollieren bzw. beim Kauf einer Immobilie auf die Berechnungsgrundlage des Eigentümers zu achten.

Die Nutzfläche zählt neben der Technischen Funktionsfläche TF und der Verkehrsfläche VF zur Nettogrundfläche NGF. Diese wiederum ergibt mit der Bruttogrundfläche BGF und der Konstruktionsgrundfläche KGF die Grundflächen aller Grundrissebenen und deren konstruktive Umschließungen eines Bauwerks.

Über Wohnflächen und Nutzflächen informieren wir Sie hier ausführlich: hausbauberater.de/wohnflaechen.

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Synonyme - NF
Nutzungsgrad

Unter Nutzungsgrad wird im Allgemeinen das Verhältnis vom Nutzen zum Aufwand verstanden. Auch in der Heiztechnik ist der Nutzungsgrad ein wichtiger Begriff. Der Nutzungsgrad von Gebäudewärmeanlagen ist ein Maß dafür, wie viel im Energieträger gespeicherter Energie tatsächlich in einer Heizperiode genutzt werden kann.

Der Wert des Nutzungs- beziehungsweise Wirkungsgrades liegt zwischen null und eins, wobei ein Wert von Eins einer 100 %gen Umwandlung der zugeführten Energie in Wärme entspricht. Je höher der Wert ist, umso effizienter arbeitet die Anlage.

Der Wirkungsgrad kann beim Vergleich verschiedener Heizungsanlagen hilfreich sein. Jedoch sollten Immobilieneigentümer beim Entscheid für eine neue Heizungsanlage auch dem Nutzungsgrad Beachtung schenken, um eine gute Wahl zu treffen. Die Effizienz einer Anlage ist nämlich stark von der Nutzung abhängig. So hat zum Beispiel ein Heizkessel, der unter voller Auslastung einen optimalen Wirkungsgrad erzielen würde, dessen Kapazität jedoch nicht vollständig ausgenutzt wird, einen deutlich kleineren Nutzungsgrad. Deshalb kann der Nutzungsgrad einer Heizung nur individuell bestimmt werden.

In den Hersteller-Geräteunterlagen ist der Normnutzungsgrad angegeben. Die Berechnung findet hierfür laut DIN 4702 T8 statt. Immobilieneigentümer können diesen angegebenen Wert als Orientierungshilfe nutzen, um ein für ihn passendes Modell zu finden.

Bei bereits bestehenden Anlagen kann der Nutzungsgrad beispielsweise durch eine Isolierung der Heizungsrohre gesteigert werden. Somit können Verteilungsverluste verringert werden und durch den Einbau moderner Heizungsregler die Wärme optimal im Gebäude verteilt werden. Auch ein hydraulischer Abgleich dient dazu, die Effizienz einer Heizung zu erhöhen.

 

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