Begriff Definition
Erschütterungsschutz

Erschütterungen im Bauwesen sind häufig auf Arbeiten und Baustellen an der Infrastruktur zurückzuführen. Aber auch als Folge von Bahnverkehr, Sprengungen in Steinbrüchen, Verdichtungsarbeiten im Kanalbau oder durch den Einsatz von Rammgeräten beispielsweise bei der Herstellung von Baugruben für die unterschiedlichsten Bauwerke kommt es zu Erschütterungen und Schwingungen. Vor allem in Bezug auf Tragwerkskonstruktionen können Bauteilschwingungen zu Schäden an dem Bauwerk führen. Eine Brücke beispielsweise muss so geplant und gebaut werden, dass Erschütterungen etwa einer nahegelegenen U-Bahn, dem Bauwerk keinen Schaden zufügen. Seine Stand- und Tragsicherheit muss dabei zu jeder Zeit gegeben sein.

Die Schwingungen breiten sich zunächst im Baugrund aus und werden als spürbare Geräusche oder Bewegungen in Gebäude übertragen. Der Bauphysiker (Baudynamiker) kennt sich mit den nach der DIN 4150 geregelten Schwinungsmessungen aus und geht dabei auf Grund §26 des Bundes-Immissionsschutzgesetz bereits in der Planung darauf ein. Er berücksichtig die Erschütterungen anhand von Messungen und Prognoseberechnungen und setzt gezielt schwingungsmindernde Maßnahme nein. Dazu gehören beispielsweise elastische Gebäudelagerungen, die unterhalb der Fundamtplatten oder an den Baugrubenwänden eingesetzt werden. Auch Stahlfederelemente können hier zum Einsatz kommen.

Schwingungsmessungen vor Ort werden nach einschlägigen Normen und Regelwerken bewertet und die Ergebnisse mit den Anhaltswerten der DIN 4150-2 „Erschütterungen im Bauwesen, Einwirkungen auf Menschen in Gebäuden“ verglichen. Zu den erschütterungsbedingten Belästigungen gehören Schwingungsimmissionen und die Sekundärluftschallimmissionen. Der abgestrahlte sekundäre Luftschall kann von Bewohnern in der Nähe als störend empfunden werden. Daher werden auf dem Baufeld Schwingungsmessungen durchgeführt. Auch die Übertragung von Verkehrserschütterungen können über den Baugrund und die Gründung in Decken und Wände von Gebäuden übertreten. Mit empfindlichen Geräten werden Messungen durchgeführt und anschließende Maßnahmen getroffen, die dazu führen sollen, dass sich Menschen nicht beeinträchtigt oder gestört fühlen und Gebäude keinen Schaden nehmen. Die bautechnische Aufnahme und Messung sollte bereits zu Beginn der Baumaßnahme erfolgen, damit es gar nicht erst zu Bauwerkserschütterungen kommen kann.

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Ertragswertverfahren

Das Ertragswertverfahren ist eine Methode, um eine Immobilie zu bewerten. Bei diesem Verfahren steht die Rendite im Vordergrund und nicht unbedingt der Sachwert der Immobilie. Das Verfahren ermittelt den Ertragswert beziehungsweise den Verkehrswert des Grundstückes, der sich aus den Mieteinnahmen der Immobilie ableitet. Der Ertragswert zeigt, ob sich das Vermieten einer Immobilie lohnt. Für Käufer, die Immobilien zum Vermieten erwerben, dient dieses Verfahren als Grundlage für eine Kaufentscheidung.

Der Verkehrswert setzt sich aus dem Bodenwert des unbebauten Grundstückes und dem Gebäudeertragswert zusammen. Der Gebäudeertragswert ist der zu erwartende Ertrag aus der Immobilie. Beide werden getrennt betrachtet. Der Hintergrund ist, dass der Boden seinen Wert nicht verliert. Beim Gebäude dagegen wird von einer Restnutzungsdauer ausgegangen. Das Ertragswertverfahren findet deswegen nur bei vermieteten Immobilien und Gewerbeimmobilien sowie bei gemischten Wohn- und Gewerbeimmobilien Anwendung. Bei der Bodenwertermittlung wird nicht nur der Wert von Grund und Boden berücksichtigt, sondern ebenso die Größe, Marktgängigkeit, Qualität, Ausstattung und die mögliche Mietfläche.

In die aufwendige Berechnung fließen zahlreiche Faktoren ein, die nicht immer verfügbar sind. Eine genaue Bewertung für ein Wertgutachten sollte daher ein staatlich geprüfter Gutachter vornehmen. Je realistischer die Datengrundlage ist, desto stärker ist die Aussagekraft des Ertragsverfahren. So lässt sich der erwartete Verkehrswert sehr genau berechnen.

Siehe auch: hausbauberater.de/bauwissen/immobilienbewertung

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Erweiterung

Der Bau einer Erweiterung eines Hauses ist eine zunehmend beliebte Wahl für Hausbesitzer, die das Potenzial ihres Grundstücks maximieren möchten. Erweiterungen werden durch bauliche Maßnahmen erzielt und geben einem bestehenden Haus zusätzlichen Wohnraum. Anbauten helfen zusätzlichen Raum in einem Haus hinzuzufügen. Sie werden in drei Arten unterschieden:

  • Anbau durch Verlängerung eines Hauses
    Diese Art der Erweiterung von Häusern beschreibt die Verlängerung. Das bedeutet, dass bei einem Einfamilienhaus bis zu 8 m von der ursprünglichen Rückwand des Grundstücks oder bei einem Doppel- oder Reihenhaus bis zu 6 m erstrecken können. In beiden Fällen darf eine Verlängerung nicht höher als 4 m sein, wobei diese abhängig vom Bundesland variieren kann. Es gibt weitere Einschränkungen, die beachtet werden müssen, wie beispielsweise die Abstandsfläche zum Nachbargrundstück. Eine Verlängerung führt häufig zu einem Verlust an Gartenfläche.


  • Anbau durch Verbreiterung eines Hauses
    Eine seitliche Verbreiterung eines Hauses bedeutet einen Anbau der Seite eines Grundstücks entlang, üblicherweise zwischen zwei Häusern. Das sind oft relativ kleine Anbauten, können jedoch einen großen Einfluss auf das Erscheinungsbild eines Hauses haben. Manchmal kombinieren Hausbesitzer eine seitliche Verbreiterung mit einem verlängerten Anbau.

  • Anbau durch Aufstockung eines Hauses
    Der Aufbau eines zusätzlichen Stockwerks auf ein bereits bestehenden Haus nennt sich Aufstockung. Aufstockungen haben viele Vorteile, so kann zum Beispiel die Wohnfläche ganz leicht mit einer Aufstockung verdoppelt werden. Sie fügen nicht nur eine sehr große Menge an Platz hinzu, was auch den Wert eines Zuhause steigert. Es bleiben die Kosten für Fundamente und ein Dach unverändert und das wiederum bedeutet, dass die Ausgaben pro Quadratmeter im Vergleich zu einstöckigen Gebäuden geringer sind.

 

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Synonyme - Anbau, Aufstockung, Verlängerung,Verbreiterung
Estrich

Der Hauptzweck des Estrichs besteht darin, einen glatten und ebenen Boden zu schaffen, auf dem anschließend der gewünschte Fußbodenbelag gelegt wird. Die Dicke des Estrichs ermöglicht es, normale Unebenheiten im Boden auszugleichen, indem eine Estrichmasse aufgebracht wird und anschließend aushärtet. Dabei unterscheidet man verschiedene Estricharten, wobei hier die Zusammensetzung der Estrichmasse maßgeblich ist. Beispiele sind Fließestrich, Verbundestrich, Heizestrich und Trockenestrich.

Beim Verlegen von Fliesen, Laminat- oder Vinylböden muss ein Estrich verwendet werden, wenn der Unterboden nicht eben ist. In der Regel sollte die Bodenfläche nicht mehr als 5 mm pro 3 Meter variieren.

Die häufigste Art von Estrich ist eine einfache Betonmischung aus Zement und feinem Sand. Das Mischungsverhältnis ist meistens ein Teil Zement auf drei bis fünf Teile feinen Sand. Er kann durch das Hinzuführen eines farbigen Farbstoffs in die Mischung, beispielsweise ein Eisenoxidpigment, weiter verbessert werden. Zusätzlich können der Estrichmischung Fasern zugesetzt werden, um die Festigkeit weiter zu verbessern und das Risiko des Auftretens unschöner Risse in der Zukunft zu verringern.

Estrich kann auch direkt als Bodenbelag verwendet werden. Insbesondere in Fabriken und Hallen, sowie Lagerhäusern, Messehallen und Maschinenhallen, wird häufig kein weiterer Bodenbelag aufgebracht. In diesem Fall verwendet man Beton- oder Zementestriche. Um diese Art von Untergrund lange haltbar zu machen und den Wartungsaufwand auf ein Minimum zu reduzieren, kann unter anderem die Betonversiegelung als zusätzliche Methode hinzugefügt werden.

Siehe auch: https://www.hausbauberater.de/bauwissen/estrich

 

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Estrichfugensystem

Wenn sich die Böden leicht bewegen oder sich die Bodenbedeckung leicht ausdehnt, treten Spannungen auf, die schnell zu Schäden an der Bodenkonstruktion und am Bodenbelag führen können. Dehnungsfugen- und Estrichfugensysteme sind mit flexiblen und anpassungsfähigen Einlagen ausgestattet, um solchen Spannungen entgegenzuwirken. Estrich schrumpft nach der Installation durch Trocknung auf natürliche Weise. Wenn er nicht richtig gehandhabt wird, reißt er und beschädigt die aufgesetzten Bodenbeläge, insbesondere Fliesen. Um dieses zu verhindern, werden Dehnungsfugen, auch als induzierte Fugen bezeichnet, in den Estrichboden geschnitten. Das gibt ihm Bewegungsfreiheit und verhindert das Auftreten schädlicher Risse.

Eine anderer wichtiger Aspekt ist das diffusionsoffene Estrichfugensystem. Dieses dient zur vereinfachten Komplettsanierung von mit Schimmel befallenem Estrich und wurde über die Jahre weiterentwickelt. Heutzutage wird für diese Anwendung ein zweistufiges Verfahren verwendet. Dabei wird zunächst in eine Randfuge ein Adsorptionsmittel eingefüllt, das gasförmige Verbindungen, die einen mikrobakteriellen Ursprung haben und Schimmelgerüche fest in ein Granulat bindet. Ein Hochleistungs-Zellgewebe hält im zweiten Schritt die Schimmelsporen und Schimmelpilzbestandteile zurück und das verhindert die neuerliche Entwicklung von Schimmel im Estrichboden. Eine diffusionsoffene Estrichfugengestaltung hat wichtige Vorteile im Vergleich zur gasdichten Randfugenausführungen:

  • Kein Feuchtigkeitsstau
  • Keine störanfälligen Konstruktionen
  • Keine Wartungsfuge

Gasdichte Randfugenausführungen neigen zu einer Schimmelpilzbelastung unter dem Estrich, da die Feuchtigkeit sich im Unterboden anstauen kann und das wiederum häufig zu einer Sporen und Schimmelpilzentwicklung führt. Der Einbau eines diffusionsoffenen Estrichfugensystems ist einfach, schnell und kostengünstig.

 

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Synonyme - diffusionsoffene Estrichfugensystem,Estrichfugengestaltung
Estrichmörtel

Beton und Estrich sind in mancher Hinsicht ähnlich. Beide Baustoffe bestehen aus Zement, Wasser und Zuschlagstoffen. Dennoch unterscheiden sie sich bei der Verwendung. Während Beton für Bau- und Konstruktionsaufgaben eingesetzt wird, ist Estrich eine Deckschicht auf einer betonierten Fläche. 

Unter Estrich versteht man Fußbodenschichten aus Mörtel, die zwischen 1 cm bis 8 cm dick sind. Die Dicke des Estrichs ermöglicht es, normale Schwankungen und Unebenheiten im Boden auszugleichen. Estrichmörtel sollte immer mit einer endgültigen Bodenbeschichtung versehen werden. Dieser Mörtel ist auch das bevorzugte Material beim Verlegen von Fußbodenheizungen.

Estrichmörtel kann weichplastisch bis fließfähig sein. Er wird immer frisch auf der Baustelle angerührt oder in Mischern angeliefert. Nach dem Einbringen muss er austrocknen, um die gewünschte Festigkeit zu erreichen. Es wird in folgende Estriche unterschieden:

  • Zementestrich
    Er wird, wie die Bezeichnung schon vermuten lässt, mit dem Bindemittel Zement hergestellt. Er kann entweder auf eine feste Ortbetonplatte oder auf Betonfertigteile aufgetragen werden. Zementestrich gilt als besonders belastungsfähig und ist feucht- und frostbeständig.

  • Kunstharzestriche
    Sie finden Anwendung als Dämmschicht oder Heizestrich und sind äußerst verschleißfest. Zudem sorgen sie für eine nahezu nahtlose Abdichtung des Bodens und zeichnen sich durch einen geringen Schrumpfungsgrad, eine hohe Frostbeständigkeit und einen hohen elektrischen Widerstand aus.

  • Calciumsulfatestrich
    Dieser Estrichmörtel wird im Wohnungs- und Gebäudebau eingesetzt. Da er nicht wasserfest ist, darf er nicht in Feuchträumen verlegt werden. Kalziumsulfatestriche sind bei fachgerechter Verarbeitung sehr glatt und eben. Die Oberfläche sieht nicht körnig aus, was häufig bei Zementestrichen der Fall ist.

  • Magnesiaestrich
    Dieser Estrich ist äußerst widerstandsfähig und verfügt über eine hohe Schlag- und Stoßfestigkeit. Da er auch elektrisch leitfähig ist, kommt er da zum Einsatz, wo antistatische Böden benötigt werden.

  • Gussasphaltestrich
    Hergestellt aus ausgewählten Bitumen, Sand, Splitt und speziellen Zuschlagstoffen, wird er auf Flachdächern, Gehwegen, Balkonen, Parkplätzen und Straßen eingesetzt. Darüber hinaus wird er in Industriebau sowie Geschäfts- und Bürogebäuden verwendet.

 

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Synonyme - Estrichmassen
Expositionsklassen

Der Begriff Expositionsklassen stammt aus dem Betonbau. Er bezeichnet die Einteilung von Betonbauteilen hinsichtlich ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Bewehrungs- und Betonkorrosion in Abhängigkeit von den Umgebungsbedingungen. Die Klassifizierung ist in der DIN EN 206-1/ DIN 1045-2 festgelegt.

Die Einteilung der Expositionsklassen

Besteht für ein Betonbauteil kein Korrosions- oder Angriffsrisiko, sind diese in die Klasse X0 eingeordnet. Für die Bewehrungsexposition sind die Expositionsklassen XC, XD und XS für die Betonkorrosion die Klassen XF, XA, XM und W sowie verschiedene Unterklassen festgelegt.

  • Betonbauteile ohne Risiko (X0) sind unbewehrte Bauteile, die von der Umgebung nicht angegriffen werden (zum Beispiel durch Feuchtigkeit).
  • Immer dann, wenn Betonbauteile Luft oder Feuchtigkeit ausgesetzt sin, findet eine sogenannte Karbonatisierung statt. Je nach Umgebung (trocken, dauernass, nass, mäßig feucht, abwechselnd nass und trocken) erfolgt die Einstufung in die entsprechende Expositionsklasse.
  • Von einer Bewehrungskorrosion spricht man, wenn die Bewehrung im Betonbauteil Chloriden ausgesetzt ist. Dies ist zum Beispiel bei Fahrbahndecken, Garagen aus Beton oder anderen Verkehrsflächen der Fall.
  • Auch Frost kann Beton angreifen und zur Korrosion führen, dies betrifft je nach Umgebungsfeuchtigkeit Außenbauteile, offene Wasserbehälter oder Verkehrsflächen.
  • Von Betonkorrosion durch chemische Angriffe sind Güllebehälter, Kühltürme oder industrielle Betonbauteile betroffen.
  • Verschleiß durch hohe mechanische Belastung greift Beton ebenfalls an. Dazu gehören Innenbauteile von Gebäuden, Bauteile von Industrie- und landwirtschaftlichen Bauten.

Jede Expositionsklasse setzt sich aus dem Buchstaben „X“ für Exposition sowie einem 2. Buchstaben oder einer Ziffer zusammen, die jeweils die Art der Einwirkung bezeichnen. So steht zum Beispiel „“ für kein Angriffsrisiko, „C“ für Carbonatisierung und „F“ für Frost- und Taumittel.

Expositionsklassen im Hausbau

Im privaten Wohnungsbau bestehen mindestens die Fundamente oder auch der Keller aus bewehrtem Beton. Je nachdem, welchen Angriffen der Beton ausgesetzt ist, erfolgt auch hier eine Einteilung in eine bestimmte Expositionsklasse, die wiederum die Betongüte nach DIN bestimmt. Neben der Expositionsklasse spielen Feuchtigkeitsklasse, Konsistenz, Druckfestigkeit, Gesteinskörnung und Rohdichte hierbei eine Rolle.

 

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