Begriff Definition
Ausführungsfrist

Als Ausführungsfrist bezeichnet man den Zeitpunkt, bis zu dem eine vorher vergebene (Bau)Leistung ausgeführt werden muss. Es handelt sich dabei um eine verbindliche Frist, die im Vertrag festgelegt wird und somit zu den Vertragsfristen zählt.

Ausführungsfrist oder Einzelfrist?

Im Unterschied zur Ausführungsfrist, die sich auf die Fertigstellung des Werks, bzw. Auftrags bezieht, bezeichnen Einzelfristen abgeschlossene Abschnitte eines Hausbaus, wie zum Beispiel den Rohbau oder die Elektroinstallation. Wenn diese Fristen im Vertrag festgehalten sind, haben sie ebenfalls den Status einer Ausführungs- oder Vertragsfrist, in der Regel ist dies jedoch nur in besonderen Fällen empfohlen.

Ausreichende Bemessung nach VOB/ A

Die Ausführungsfrist wird in der VOB/ A (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen Teil A) im § 9 behandelt. Insbesondere ist dort festgelegt, dass die Frist ausreichend lang sein muss, um die Leistung fachgerecht und mängelfrei erbringen zu können. Dabei sind auch die Umgebungsbedingungen wie Jahreszeit oder erschwerte Arbeitsbedingungen zu berücksichtigen. Werden die Fristen nicht eingehalten, darf der Auftraggeber – insofern es vertraglich vereinbart ist – eine Vertragsstrafe erheben.

Ausführungsfristen müssen präzise sein

Nicht jede Fristangabe für eine Ausführungsfrist ist auch zulässig und rechtswirksam. Dies betrifft unrealistisch kurze Fristen, aber auch diffuse Angaben zu den Bauzeiten. Wenn zum Beispiel ein im Vertrag angegebener Zeitraum für den Hausbau von „ca. 9 Monaten“ angegeben ist, gerät der Auftragnehmer, also das Bauunternehmen, nicht automatisch in Verzug, wenn die 9 Monate verstrichen sind und das Haus nicht fertig ist. In diesem Fall muss der Bauherr erst eine Verzugsanzeige stellen. Um dies zu vermeiden, sollten Ausführungsfristen mit konkreten Datumsangeben im Vertrag formuliert sein.

Können Ausführungsfristen geändert werden?

Ja, das ist möglich, wenn es zum Beispiel zu Behinderungen bei der Ausführung durch die Wetterbedingungen oder Materialengpässe sowie anderen Gründe kommt, die den Fertigstellungstermin für den Auftragnehmer nicht erfüllbar machen. Allerdings muss der Bauherr, bzw. der Auftraggeber dieser Verlängerung auch zustimmen, die Regelung kann nicht einseitig getroffen werden (außer es liegt ein berechtigter Grund für die Verlängerung vor).

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Ausgleichsfeuchte

Der Begriff Ausgleichsfeuchte ist auch als Bilanzfeuchte, Gleichgewichtsfeuchte oder praktischer Feuchtegehalt bekannt. Mit diesem Begriff wird der Feuchtigkeitsgehalt von Stoffen bezeichnet. Die Feuchtigkeit, die von diesen Stoffen aufgenommen wird, ist von der Umgebungsfeuchte und Temperatur sowie anderen Einflüssen abhängig. Wenn ein Stoff die Feuchtigkeit aufgenommen hat, kann er ihn nicht mehr abgeben und wird in einem solchen Zustand als trocken bezeichnet. Es werden aber auch die Begriffe wie lufttrocken oder Haushaltsfeuchte in diesem Zusammenhang verwendet. Die Angabe der Ausgleichsfeuchte kann auf die Masse, Volumen oder prozentual angegeben werden. Die Werte der Ausgleichsfeuchte sind bei der Berechnung des Wärmeschutzes und der Energieeinsparung von Gebäuden ein wichtiger Punkt.

Ein bestimmter Wert an Ausgleichsfeuchte in Baustoffen ist durchaus üblich und zum Teil auch wichtig, da die Materialien brüchig oder porös werden können. Aber zu viel Feuchtigkeit führt zu dauerhaften Schäden und zur Bildung von Schimmel. Das Material an sich ist in der Lage die Ausgleichsfeuchte in Balance zu halten, was aber insbesondere durch kurze Bauzeiten immer schwieriger werden kann. Dies ist sehr oft bei Neubauten zu beobachten. Diesem Umstand kann mit Bautrocknern entgegengewirkt werden, falls der Wert der Ausgleichsfeuchte zu hoch ist.

Die DIN 4108-4 | 2017-03 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden - Teil 4: Wärme- und feuchteschutztechnische Bemessungswerte zeigt die Bemessungswerte für Baustoffe auf, die für die Berechnung des Wärmeschutzes und der Energieeinsparung von Gebäuden verwendet werden. Sie führt zu diesem Zweck die gebräuchlichen Bauteile und Stoffe auf, die werkmäßig hergestellt werden.

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Synonyme - Gleichgewichtsfeuchte, praktischer Feuchtegehalt
Aushub

Unter Aushub versteht man Erd- und Gesteinsmassen, die beim Ausheben von Baugruben, Straßen. Kanalschächten usw., also im Rahmen von Bauvorhaben beziehungsweise bei Bohrungen für einen Tunnelbau entstehen.

Beim Bau von einem Eigenheim wird versucht, den Mutterboden auf dem Baugelände zu belassen, sodass dieser für die spätere Nutzung der Gartenanlage verwendet werden kann. Das restliche Erd- und Gesteinsmaterial wird als Aushub abtransportiert.

Bevor mit einem Bauvorhaben begonnen wird, sollte überlegt werden wie und wo der Aushub entsorgt werden wird. Ratsam ist es einen Aushubplan zu erstellen, der bei größeren Bauvorhaben von einem Bauleiter erstellt werden kann. Dabei wird das Gelände, das ausgehoben wird, in Form von einer Zeichnung dargestellt, wobei hier Angaben zum Verlauf des Geländes sowie die Maßpunkte der eigentlichen Baugrube beachtet werden müssen. Das bedeutet, dass die Länge, Breite und Höhe exakt angegeben werden müssen. Da die Entsorgung des Aushubs auch mit Kosten verbunden ist, sollte man bereits in der Anfangsphase bei der Planung eines Bauprojektes diese Ausgaben im Rahmen der Kostenplanung mitberücksichtigen.

Falls die Aushubarbeiten über einen längeren Zeitraum stattfinden, ist ein Container für die zwischenzeitliche Lagerung eine Lösung, die jedoch nicht langfristig die Entsorgung ablösen kann.

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Synonyme - Bodenaushub,Erdaushub,Aushubarbeiten
Ausschreibung

Eine Ausschreibung dient dem Zweck, dass verbindliche Angebote für konkrete Bauleistungen eingeholt werden können. Diese Ausschreibungen richten sich an Bauhandwerker oder Baufirmen und werden vom Bauherrn in Auftrag gegeben. Die Grundlage derartiger Ausschreibungen sind Leistungsverzeichnisse und die Angabe der genauen Bedingungen zur Vergabe eines Bauauftrages.

Bei Immobilien, die privat genutzt werden, werden die Bauprojekte meistens indirekt ausgeschrieben. Dies geschieht so, dass sich der Bauherr Kostenvoranschläge ausstellen lässt und nach einem Vergleich der Angebote den Dienstleister auswählt.

Wenn die Bauvorhaben in öffentlicher Hand sind, wird das Ausschreibungsverfahren gemäß VOB eingeleitet. Man unterscheidet zwischen nationalen und EU-weiten Ausschreibungen. Die Ausschreibungen werden in Zeitungen oder Fachzeitschriften sowie online über diverse Plattformen veröffentlicht. Firmen und Handwerker können sich Ausschreibungen durch die Nutzung derartiger Portale die Ausschreibungen regelmäßig per E-Mail zukommen lassen.

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Synonyme - Angebotsausschreibung
Ausschreibungen

Mit einer Ausschreibung ( Submission) werden Handwerker und Bauunternehmen aufgefordert, für ein bestimmtes Bauprojekt ein Angebot abzugeben. Die Ausschreibung wird je nach Objekt öffentlich bekannt gemacht oder an ausgewählte Unternehmen geschickt, mit der Bitte ein Angebot zu unterbreiten.

Öffentliche und beschränkte Ausschreibung – freihändige Vergabe

Eine ordentliche Ausschreibung ist für Bauprojekte, die von öffentlichen Bauherrn umgesetzt werden, gesetzlich vorgeschrieben. Rechtlich geregelt ist dies in der Vergabeverordnung (VgV) sowie der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB/A). Während sich bei der öffentlichen Ausschreibung jedes Unternehmen bewerben kann, werden bei der beschränkten Vergabe konkrete Firmen eingeladen, sich zu beteiligen. Bei der freihändigen Vergabe wird das Leistungsverzeichnis ohne die Einholung mehrerer Angebote an ein bestimmtes Unternehmen vergeben, eine Ausschreibung findet also nicht statt. Im privaten Bereich muss nicht ausgeschrieben werden, der Bauherr holt sich mehrere Angebote zum Vergleich ein und vergibt an eine Firma seiner Wahl den Auftrag.

Wie funktioniert eine Ausschreibung?

Die Basis jeder Ausschreibung ist ein Leistungsverzeichnis, das in der Regel vom Planer anhand der Ausführungsplanung erstellt wird. In diesem Verzeichnis sind alle Leistungsposten so detailliert wie möglich aufgeführt. Je nach Ausschreibungsart wird dieses Leistungsverzeichnis von interessierten Firmen angefordert oder an in Frage kommende Unternehmen ausgegeben. Die Unternehmen tragen dort ihre Preise ein und senden das Angebot zurück. Anschließend entscheidet der Planer, bzw. Projektverantwortliche oder auch der Bauherr darüber, welche Firma den Zuschlag erhält. Dieser Vorgang wird als Vergabe bezeichnet.

Am Ende der Ausschreibung steht die Vergabe

Liegen alle Angebote vor, werden diese genau geprüft. Welche Regeln bei der Vergabe der Leistungen eingehalten werden, hängt wiederum von der Art der Ausschreibung ab. Während die Auftraggeber bei der öffentlichen und beschränkten Ausschreibung durch das Gesetz an diese gebunden sind, können private Bauherrn frei entscheiden, welche Firma den Zuschlag erhält. In der Regel ist dies der Anbieter mit dem wirtschaftlichsten Angebot.

 

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Synonyme - Submission
Austrocknung von Mauerwerk

Die Bautechnik verwendet dafür den Begriff Mauertrockenlegung. Darunter versteht man die Austrocknung von Mauerwerk, wobei es unterschiedliche Methoden in diesem Zusammenhang gibt.

Es besteht die Möglichkeit ein Mauerwerk künstlich trocken zu legen, wobei chemische Substanzen herangezogen werden.

Aber auch Lüftungen und mechanische Trocknungsarten werden verwendet.
Hier kann zwischen mechanischen Verfahren wie zum Beispiel Kernbohrverfahren, Rammverfahren und Injektionsverfahren, zu denen unter anderem drucklose Injektionen mit unterschiedlichen Injektionsmitteln gehören, sowie elektrophysiologischen Verfahren, bei denen aktive und passive Verfahren zur Auswahl stehen, unterschieden werden. Injektionsverfahren finden am häufigsten ihre Anwendung, weil durch sie ein hoher Grad an Qualitätssicherung geboten werden kann. Jedes Verfahren bringt Vor- und Nachteile mit sich, die man vor der Anwendung je nach Größe und Ausmaß des Bauobjektes abwägen sollte.

Detaillierte Informationen finden Sie unter hausbauberater.de/bauwissen/bautrocknung-entfeuchtung-hausbau-wasserschaden.

 

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Synonyme - Bautrocknung,Mauertrockenlegung,Trockenlegung,Bauaustrocknung
Azimutwinkel

Der Azimutwinkel beschreibt einen Wert, der ursprünglich aus der Astronomie stammt. Er gibt die Abweichung zur geografisch idealen Süd-Ausrichtung an. Westen entspricht einem Azimutwinkel von 90°, Norden von 180° und Osten von 270°. Beim Hausbau ist der Azimutwinkel wichtig, wenn der Bauherr eine Photovoltaikanlage auf dem Dach montieren möchte.

  • Bei 0° ist die Anlage genau nach Süden ausgerichtet.
  • Bei Plus-Werten ist die Anlage mehr in westliche Richtung ausgerichtet.
  • Bei Minus-Werten ist die Anlage mehr in östliche Richtung ausgerichtet.

Um den Ertrag der Photovoltaikanlage zu berechnen, muss die Abweichung in Azimut eingerechnet werden, wobei gerundete Werte zur Berechnung ausreichen.

Der Azimutwinkel berechnet sich mit Hilfe des Lageplanes eines Gebäudes und einem Geodreieck. Den Lageplan stellt das Vermessungsamt der Gemeinde zur Verfügung. Das Geodreieck wird im Süden bei 0° angesetzt und dann kann die Dachausrichtung über die Skala auf dem Geodreieck abgelesen werden. Die östliche Ausrichtung ist bei -90° und die westliche bei 90°.

Mit steigendem Wert nimmt der Ertrag der Photovoltaikanlage ab. Bei +/- 10° liegt der Ertrag bei 100 %, bei +/- 50° liegt er bei 96 % und bei +/- 110° liegt der Ertrag nur noch bei 79 %. Eine Photovoltaikanlage rechnet sich bis zu einem Ertrag von 75 %. Weitere Informationen zum Azimutwinkel finden Sie hier.

 

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